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Germania beantragt Insolvenz – Betrieb eingestellt

Die Germania Fluggesellschaft hat am Montag, den 04. Februar 2019 beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Insolvenz beantragt, so gab es das Unternehmen am 05. Februar 2019 um 01:45 Uhr bekannt. Der Flugbetrieb wurde sofort eingestellt, so dass mehr als 1100 Mitarbeiter ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können und mehrere tausende Fluggäste im In- und Ausland festsitzen.

Neben Air Berlin ist die Germania bereits die zweite Deutsche Fluggesellschaft, die Insolvenz angemeldet hat. Damit richtet sie nicht nur einen erheblichen Schaden, bei Mitarbeitern und kleineren Flughäfen an die sich mangels Alternativen von Germania abhängig gemacht haben sondern auch bei vielen Fluggästen, die aufgrund der Insolvenz die Kosten für die Tickets nicht zurückerstattet bekommen.

Schon seit Jahresanfang hatte Germania immer größere finanzielle Probleme eingeräumt, so dass es zu Verzögerungen bei der Auszahlung der Gehälter einiger Mitarbeiter kam. Die Germania begründet seine finanziellen Probleme mit der massiven Steigerung der Kerosinpreise im letzten Sommer und der außergewöhnlichen hohen Anzahl von technischen Serviceleistungen, die an einzelnen Maschinen vorzunehmen mussten. Nach der Aussage des Geschäftsführers Herrn Karsten Balke sei es Germania letztendlich nicht gelungen, ihren kurzzeitigen Liquiditätsengpass erfolgreich durch anderweitige Finanzierungsbemühungen auszugleichen.

Was Sie als Germania-Kunde jetzt wissen sollten

Was wird aus den Flugtickets?

Fluggäste, die ihr Ticket direkt online bei der Germania oder über ein Reisebüro gebucht habt, haben nach der gegenwärtigen Gesetzlage keinen Anspruch auf Ersatzbeförderung. Das bereits gezahlte Geld für die Flugtickets ist daher leider erst einmal weg. Grundsätzlich haben die betroffenen Fluggäste einen Anspruch gegenüber der Insolventen Germania, jedoch muss jeder Fluggast seine Forderungen bei der entsprechenden Insolvenztabelle anmelden, über alles weitere entscheidet der zuständige Insolvenzverwalter. Nach der allgemeinen Erfahrung der TrustFly und Ihren Anwälten sind hier jedoch in den seltensten Fällen mit nennenswerten Zahlungen zu rechnen.

Fluggäste, die im Rahmen einer Pauschalreise gebucht haben, können sich zumindest an ihren Reiseveranstalter wenden und erhalten eine Ersatzbeförderung. In diesem Fall müssen die Fluggäste mit Änderungen der Flugzeiten rechnen, aber auch die Abflugsorte können sich in einigen Fällen ändern. Das vom Fluggast bezahlte Geld ist bei einer Pauschalreise nicht weg, da bei einer Pauschalreise das Insolvenzrisiko vom Reiseveranstalter getragen wird und nicht vom Fluggast selbst. Das bedeutet, der gebuchte Urlaub wird nicht ausfallen, sondern der zuständige Reiseveranstalter wird einfach durch die Insolvenz der Germania umplanen müssen.

Welche Flughäfen sind von der Insolvenz der Germania betroffen?

Es fallen z.B. Flüge an den Flughäfen in Düsseldorf, Berlin-Tegel, Berlin-Schönefeld, Nürnberg, Münster/Osnabrück, Roststock-Laage, Erfurt-Weimar, Dresden, Bremen, Friedrichshafen, Leipzig-Halle und in Hamburg aus.

Welche Fluggesellschaften helfen jetzt betroffenen Fluggästen?

Einige Fluggesellschaften bieten Sonderkonditionen für Germania-Fluggäste an, die im Ausland gestrandet sind oder in den Urlaub fliegen wollen.

Die Eurowings, ein Tochterunternehmen der Deutschen Lufthansa AG, bietet Germania-Fluggästen einen Sonderrabatt von bis zu 50% auf den eigentlichen Flugpreis an. Diese Aktion bietet die Eurowings bis Ende Februar an.

Auch Fluggesellschaften wie Ryanair und die Tochtergesellschaft LaudaMotion bieten ähnliche Angebote an, um Fluggästen an Ihr Urlaubsziel zu bringen. Die Fluggesellschaft SunExpress bietet derzeit Germania-Kunden an, die auf einen Rückflug nach Deutschland warten, für kleines Geld ihr Flugtickets umzubuchen.

Aber auch weitere Fluggesellschaften wie Austrian Airlines, Condor, Swiss und TUIfly bieten Sonderkonditionen für Germania-Kunden an.

Quelle: Tagesspiegel, Berliner Morgenpost und Spiegel